Der Feldharnisch ist nichts anderes als eine fortgeschrittene, beinahe völlig geschlossene Plattenrüstung. Er besteht aus geformten und maßgefertigten Metallplatten, die miteinander vernietet sind oder einander überlappen, so dass der ganze Körper bedeckt ist. Die Arm- und Beinschienen sind auf Lederröhrlinge aufmontiert, die sich leicht wie ein Strumpf oder ein Handschuh überstülpen lassen und welche die Bewegungsfreiheit kaum einschränken.
Brust- und Rückenplatten. Diese umschließen den Oberkörper bis zur Taille. Daran schließen sich Bauch- und Gesäßreifen an, die beweglich gelagert sind, um den Träger der Rüstung nicht beim Reiten zu behindern. An den Bauchreifen hängen die Beintaschen, getriebene metallene Platten, die den Übergang vom Körperschutz zum Beinschutz decken.
An der Brust oder am Kragen wird das Armzeug befestigt. Die Schultern der Rüstung sind vorn und hinten so weit heruntergezogen, dass die Achseln geschützt sind. Hochgezogene Ränder der Schultern lenken Lanzenstöße oder Schwerthiebe ab, die normalerweise den Kopf treffen würden.
Aus den Schultern kommen die Oberarmröhren hervor, die über ein Gelenk mit den Unterarmröhren verbunden sind. Das Armzeug wäre ohne die Panzerhandschuhe, die als Fingerhandschuhe oder Fäustlinge gearbeitet sein können, nicht vollständig.
Die Rüstung der Beine ähnelt in ihrem Aufbau dem Armzeug. Mit Schnüren oder Gurten wird es an einem unter der Rüstung getragenen Gürtel, am Unterkleid oder am Brustharnisch befestigt. Die vielfach geschobenen Beintaschen reichen bis zum Knie, darunter schließen sich Beinröhren für die Unterschenkel an. Als Pendant zu den Panzerhandschuhen vervollständigen die Panzerschuhe die Beinrüstung.
Unter dem Feldharnisch liegt ein wattierter Waffenrock, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Panzerplatten an dem ihnen zugedachten Ort zu fixieren, und so die Beweglichkeit und den Tragekomfort der Rüstung zu erhöhen. Außerdem trägt er noch etliche kleine aufgenähte Panzerplättchen an den Körperstellen, die nicht von Platten bedeckt sind.
Freilich ist ein ganzer metallener Schutzanzug keineswegs mit Alltagskleidung zu vergleichen und stellt eine beachtliche Belastung für den Träger dar, doch ist es um die Belastung nicht so schlimm bestellt wie es den Anschein hat. Das Gewicht der Rüstung ist gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt, so dass es sich nicht auf einzelne Stellen konzentriert. Hinzu kommt noch, dass viele Harnische dem Träger regelrecht auf den Leib geschmiedet und von ganz hervorragender Passform sind – nichts kneift unangenehm oder beengt.
Wer einen Feldharnisch trägt, ist für seine Aufgabe als Kavallerist ausgebildet und an solch eine Rüstung gewöhnt. Es ist durchaus möglich, in einem guten Feldharnisch, der noch dazu gut angepasst und angelegt ist, den einen oder anderen Purzelbaum zu schlagen.
Abgesehen von seinem beträchtlichen Preis ist der wichtigste Nachteil des Feldharnischs die mangelnde Belüftung unter der Panzerung, was nicht nur zu körperlicher Überhitzung sondern auch zu Problemen mit Feuchtigkeit und Schimmelwuchs führt.
Weiterhin dauert es sehr lange, die Rüstung an- und wieder abzulegen. Man benötigt fünf bis zehn Minuten, den Feldharnisch mit Unterstützung anzulegen, und halb so lange, um ihn abzulegen. Diese Zeiten verdreifachen sich, wenn der Träger ohne Hilfe auskommen muss.
(me)
Feldharnisch |
RS:
(Schlag/Schnitt/Stich) |
linkes Bein: 10/8/6 | rechtes Bein: 10/8/6 | Kampfarm: 10/8/6 | Arm: 10/8/6 | Rumpf: 12/10/7 |
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zus. BE: | 10 |
BF: | 4 |
Gewicht: | 1200 |
Preis: | ab 60 GS |
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